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Wie eine Papierrosette am Pilsglas

Fast wäre die erste Herrenmannschaft des SV Valtenberg Neukirch zur Lachnummer der Liga avanciert. Aber wieder einmal zog sich die „rote Gang“ an den eigenen Haaren aus dem Suppentopf und siegte beim Landesklassen-Schlusslicht SVV Glashütte noch mit 3:2. Neukirch fand zu keinem Zeitpunkt eine Bindung zum Spiel, wirkte wie eine Papierrosette am Pilsglas, die auch nicht weiß, was sie an jenem Trinkgefäß zu suchen hat. … Doch auch solche Spiele müssen gewonnen werden!

Zur frühen Mittagszeit setzte sich also der Neukircher Schienenersatzverkehr zur Panorama-Fahrt nach Glashütte in Bewegung. Dort angekommen, gab´s bereits bei den Auslosungen der beiden Matches Kurioses zu bestaunen: Während die Münze des Neukircher Schiedsgerichts auf der eigenen Rübe landete, versenkten die Zittauer Unparteiischen ihre Wählmarke in der Netzpfosten-Arretierung. 😉 … Das Grinsen sollte aber nur kurz andauern … Zwar war Neukirch im ersten Durchgang um klare Spielzüge bemüht (25:18), doch dies alles sollte beim Spitzenreiter vom Valtenberg nach dem Seitenwechsel immer weniger gelingen. Die Gäste gerieten gegen stark aufspielende Hausherren zunehmend ins Schwimmen – oder bewegten sich trotz frostiger Temperaturen auf extrem dünnem Eis. Über 26:28 und 21:25 schlitterte Neukirch mit 1:2 nach Sätzen ins Hintertreffen. Zu viele Angriffe der Gastgeber fanden das Loch im Papierrosetten-Block des SVV. Selbst einfachste Dinge wollten an diesem Tag nicht gelingen. Statt Neukirch präsentierte sich Glashütte mit den eigentlichen Valtenberger Tugenden Einsatz und Kampfgeist. Das ist auch kein Wunder, schließlich hat selbst der Tabellenletzte keine Punkte zu verschenken. Glashütte nutze die Löcher in der Neukircher Defensive, wo dieses Mal gleich zwei Tapeziertische problemlos Platz gefunden hätten. Dem SV Valtenberg fehlten zwar mit Carsten Nitsche, Dominik Rafeld und Ronny Zabel drei Protagonisten, „doch das ist kein Grund unsere eigenen Ansprüche herunterzuschrauben“, forderte Coach Hagen Seifert von allen anderen Akteuren 110 Prozent. „Wir haben genug Leute, die den Sieg einfahren können“, so Seifert weiter, der durch die Ausfälle auf einen Libero-Einsatz verzichtete und Ronny Mildner stattdessen auf der Diagonalposition aufstellte.
Umso eindrucksvoller die Wiederauferstehung im vierten Durchgang. Nachdem Neukirch bis zum Stand von 14:16 weiter in Schussfahrt auf die zweite Saison-Niederlage zielte, fanden die Seifert-Schützlinge urplötzlich den Spielfaden und errangen über eine 22:17-Führung den 25:20-Satzsieg. Im Entscheidungsdurchgang spielten beide Teams lange auf Augenhöhe, ehe das Neukircher Rumpfaufgebot – spät, aber besser als nie – mit mehr Willensstärke den Schlusspunkt zum 15:12 und damit den elften Sieg im zwölften Spiel markierte.

So machten es die Neukircher wie einst der SV Kreuzschule Dresden, welcher im vergangenen Jahr in der Uhrmacherstadt ebenfalls mit einem Rumpfteam antreten mussten und mit dem etatmäßigen Libero im Angriff auch gerade so mit 3:2 die Punkte in die Landeshauptstadt schleppte. … So bleiben auch die Neukircher mit 22:2 Punkten weiter an vorderster Stelle am großen Fleischtopf der Liga. Jetzt aber muss der SVV die Lehren aus dem Dargebotenen ziehen und bis zum nächsten Auswärtsspiel in Dresden-Mickten die Form wiederfinden. Es wird höchste Zeit. Der Fleischtopf wird langsam kalt – erst recht bei jener Witterung.

Dem Sturz in den Suppentopf samt Papierrosette entkamen: Ronny Mildner, Thomas Bartusch, Maik Barchmann, Manuel Jäckel, Steffen Gräubig, Philipp Burkhardt, Hagen Seifert, Robert Pistol und Christian Pawelke.

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