Hat der SVV die Möglichkeiten des Transfermarktes verschlafen?

3. Spieltag 2021/2022 07.Februar 2022 Sokol Bautzen vs. SV Valtenberg vs. TSV Weißenberg

In diesen Zeiten werden die Spieltage schon mal sehr spontan angesetzt. Der ursprüngliche Spielplan ist Makulatur. Wer mindestens 6 Mann coronakonform auf das Feld stellen kann, hat die Möglichkeit, sich über die Trainingstätigkeit hinaus zu bewegen. Donnerstag kam die Anfrage vom Staffelleiter und der SVV scheute weder Kosten noch Mühe, um die Teilnahme abzusichern. Immerhin sieben Sportler machten sich Richtung Turnhalle Steinstraße auf. Jedes Auto auf einer individuellen Route. Montags kann es in den Abendstunden ja aktuell in Bautzen zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Anreise war im Nachgang betrachtet aber das kleinste Problem an diesem Abend. Beide Spiele gingen verloren. Weder gegen Sokol (14; 19) noch gegen Weißenberg (14; 15) hatte der SVV eine echte Chance.

Dabei konnten die Neukircher sich zumindest gegen Sokol noch einigermaßen ihrer Haut erwehren. Bis zur Hälfte des jeweiligen Satzes hielt die Gegenwehr stand. Im ersten Satz setzte der SVV auf ein 4:2 System entgegen der sonst gewohnten Spielweise. Vielleicht hatte man kein großes Vertrauen in die Physis der Zuspieler. Beide teilten sich erst mal den Job. Neben anderen Problemen kam dadurch aber noch die mangelnde Variabilität im Angriff als sonst großes Plus im Spiel des SVV dazu. Die Aufstellung war auch nicht so, dass man die Linien zumindest größenmäßig ausgeglichen hatte. 14 Punkte waren ein deutliches Zeichen. Da musste im zweiten Satz alles auf links gedreht werden. 5:1 Umstellung. Die „Langen“ als Mittelblocker und die Vierer auf die 4. Das zeigte sofort Wirkung, da nun endlich Gegenwehr da war. 10:5 als Zwischenstand war schon mal eine Ansage. Aber das hielt nicht lange. Technische Probleme in allen Spielzonen, dazu ein Gegner, der die Schwächen schonungslos aufdeckte. Ein Zuspielerwechsel in der Endphase und daraus folgende Zuordnungsschwierigkeiten machten für den Gegner die letzten Punkte zu einfach.

Sokol und Weißenberg duellierten sich lange auf Augenhöhe. Dass der TSV am Ende doch mit 2:0 (22; 16) siegte, war letzten Endes aber durchaus verdient, da mehr Angriffsdruck bei Konstanz in der Defensive zu mehr Punkten und zum Sieg führt.

Gegen Weißenberg lief der SVV immer hinterher. Mit Philipp im Zuspiel und den richtigen Positionen auf dem Feld war zumindest taktisch erst mal das Optimum hergestellt. Mit laufender Spielzeit konnte sich der neutrale Beobachter aber davon überzeugen, dass der Gegner in allen Positionen besser besetzt war. 14 bzw. 15 Punkte waren ein deutlicher Ausdruck für unterschiedliche Qualitäten. Hatte man im Hinspiel mit 5 (!) Mann auf dem Feld fast noch einen Satz gewonnen, war man diesmal chancenlos. Wahrscheinlich ist aktuell auf dem Transfermarkt sehr viel los und der SVV hat nicht erkannt, wo personelle Verstärkung zu holen ist. Neben den Stammkräften hatten beide Gegner neue Mitspieler, die aus den gewohnten Gegnern der Vergangenheit Mannschaften machen, gegen die auch in Besetzungen der letzten Jahre nur schwer zu gewinnen sein dürfte.

Da kann der SVV wohl nur seine „Jugend“ dagegensetzen und mittelfristig auf steigendes Niveau setzen. Dass das gelingen kann, dafür arbeiten unsere JugendtrainerInnen Achim und Ines jede Woche mit zunehmendem Erfolg. Dominic erfüllte auch an diesem Spieltag die in ihn gesetzten Erwartungen. Mit der aktuellen Spielweise wird der SVV sicher an allen Spieltagen mitspielen können, aber Siege werden in dieser verrückten Saison wohl eher selten sein. Dazu sind die Probleme hinsichtlich Annahme, Zuspiel und durchschlagenden Angriffen aktuell zu groß. Dass trotz allem die gute Laune nicht verloren ging und keiner rummotzte, kann man auf der Haben Seite verbuchen. Letztendlich wissen alle, wo die Probleme liegen. Dann hoffentlich bis Freitag in der Halle.

Trotz drei 2:0 Spielen war es schon nach halb zwölf, als die Protagonisten wieder ins Oberland fuhren. Der Kolumnist bedankt sich bei Lutz Leuteritz, Lars Stech, Dominic Schwarze, Mirko Zimmer, Jan Eckhardt, Philipp und Dirk Drechsler.

© Der Wischer

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