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Bezirkspokalfinale Herren: Yippie-ya-yeah und Grusel-Grusel

Nach viereinhalb Stunden zähen Ringens stand nach drei Spielen der Gewinner des Bezirkspokals der Männer Ostsachsen fest. Es war nicht der SV Valtenberg. In der Eröffnungsrede wurde klargestellt, dass  der SVV als einzige Kreisklassenmannschaft gegen drei Teams aus Bezirksklasse und –liga zu bestehen hatte. Es kamen wieder die üblichen Floskeln von den „eigenen Gesetzen“ des Pokals. Diese sollten auch fast wieder angewendet werden sollen. Aber der SVV nahm sich eigentlich selber aus dem Spiel…

Im Halbfinale traf der SVV auf den SV Großdubrau. Der SVV war in der fast kompletten Mannschaftsstärke von 10 Spielern angetreten konnte also personell aus dem Vollen schöpfen. Die ersten Punkte gingen aber erst mal weg, weil man einfach nicht ins eigene Spiel fand. Die ewige Problemkette Annahme-Zuspiel-Angriff bereitete große Schwierigkeiten. Die guten Annahmen  wurden im vorderen Drittel nicht konsequent verwertet. Der Gegner hatte keinerlei Problem mit den wenig druckvollen Angriffen und stürzte den SVV von einer Verlegenheit in die andere. Hinzu kamen teils eklatante Stellungsfehler, frei nach dem Motto: „Da kannste ja nen Bus reinstellen“. Das 13:25 sprach eine sehr deutliche, fast schon deprimierende Sprache, zumal der Gegner nur „normalen“ Volleyball gespielt hatte.

Im zweiten Satz hatte man die Sonne im Rücken und auf der Zuspielerposition gewechselt. Irgendein Schalter war umgelegt worden und der SVV zeigte all das, was in Satz Eins schmerzlich vermisst worden war. Die Kombi Annahme-Zuspiel-Angriff passte nun deutlich besser. Großdubrau agierte dadurch nun oft ratlos und kam nicht in diesen Satz. Mehr als 17 Punkte gestatte der SVV dem Gegner nicht und ging mit einem sehr guten Gefühl aus dem Satz.

Was sich dann im entscheidenden dritten Satz abspielte, war erst unfassbar, dann hochdramatisch und schließlich tragisch. Nachdem die ersten drei Punkte erst mal weggingen, nahm der SVV eine Auszeit. Anstatt die Situation nüchtern zu analysieren, verbreitete sich nun purer Aktionismus. Das gipfelte darin, dass danach das Spielsystem umgestellt wurde. Mit der Folge, dass auch die nächsten zwei Punkte weggingen. Beim Seitenwechsel von 2:8 und dem späteren 2:10 gab sicher keiner mehr einen Pfifferling für den SVV. Danach platzte wieder der Knoten wie schon im zweiten Satz. Eine nicht für möglich gehaltene Aufholjagd folgte und plötzlich stand es 14:14. Hopp oder Topp. Der Gegner gewann mit 16:14. Unbegreiflich diese Up and Downs in diesem Spiel des SVV. Man hatte sich selbst ausgeknockt, denn der Gegner war durchaus zu schlagen gewesen.

Das zweite Halbfinale zwischen Coblenz und Görlitz sah etwas wertiger aus als die erste Partie. Auch hier ging es über die volle Distanz. 2:1 für Görlitz.

Nach den bisherigen Spielverläufen sah ich zumindest Görlitz im Finale klar favorisiert. Aber die waren ein Schatten ihrer selbst und chancenlos gegen Großdubrau. Körperlich und mental (auch wenn sie bis zum Schluß die lustigste Truppe an diesem Tag war) konnten Sie kein Paroli bieten. Die zwei vom SVV, die sich das Drama bis zum Schluß angesehen hatten, trauten ihren Augen nicht und erkannten, welche große Möglichkeit der SVV an diesem Tag hatte liegengelassen. SCHADE.

Für Licht und Schatten verantwortlich waren Daniel Bens, Steffen Gräubig, Lutz Leuteritz, Jan Eckhardt, Carsten Nitsche, Thomas Bartusch, Ronny Mildner und Dirk Drechsler. Von der Bank sahen sich das Drama an Philipp Drechsler und Lars Stech. Im Dienste der Familie leider nur auf den Rängen anwesend war Marcus Gocht.

© Der Wischer

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