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Fragen eines Fans

Endlich wieder Heimspiel, endlich wieder in Neukirch, endlich wieder Sachsenklasse. Ok, lassen wir das, über dieses Thema wurde schon genug gesprochen. Nach dem missglückten Ausflug in die Sachsenliga vergangene Saison geht’s nun für unsere Vorzeigetruppe der ersten Herren wie der ein Klasse tiefer um Punkte. Ging ja auch schon ganz gut los, das Ganze. Gegen den Aufsteiger in Freital einen klaren Sieg eingefahren. Allerdings dann im zweiten Spiel gegen die „Kreuz“ unwürdig gespielt. Wo geht die Reise diese Saison also hin, konnte sich der geneigte Leser vor dem vergangenen Spieltag fragen. Hat er Antworten erhalten am vergangenen Wochenende? Bedingt.

Schaute doch alles ganz gut aus in den ersten beiden Sätzen gegen den Aufsteiger und guten alten Bekannten aus Bezirksligazeiten (Mensch, Jungs, das waren noch Zeiten…) vom VfB Görlitz, der sich jetzt ebenfalls in der Sachsenklasse versucht, und das streckenweise auch recht ansehnlich tat. Zwei Sätze waren schnell eingetütet und die Stimmung auf dem Feld und den gut gefüllten Rängen war gut. Woran lag’s, dass es doch nicht zum glatten Sieg reichte? Vielleicht wurde der Gegner zunehmend sicherer in der fremden Halle und leistete mehr Paroli. Aber das allein hätte den Jungs, die letztes Saison noch so manches Ding knapp vergeigt hatten, keine Sorgen bereiten müssen, denn erwartungsgemäß sind spielerisch und technisch normalerweise deutliche Unterschiede auszumachen, wenn Absteiger und Aufsteiger gegeneinander spielen. Die spielerische Klasse hatten sie letzte Saison noch des Öfteren gezeigt. Aber davon scheint viel verloren gegangen zu sein. Zwar verließen mit Philipp und Carsten zwei Schlüsselspieler die Mannschaft, aber der Rest hat auf jeden Fall noch genügend Potenzial, um solche Spiele konzentriert zu Ende zu bringen, ohne dass es einen vierten und fünften Satz braucht. Die Vorbereitung war nicht optimal, die Trainingsvoraussetzungen ebenfalls. Klar, bei einem Dorfverein, dessen Mitglieder (im Falle der ersten Herren) ausnahmslos aus den umliegenden Dörfern und Städten kommen. Deswegen ist auch nur eine Trainingszeit pro Woche möglich. Aber daran kann es auch nicht liegen. Früher gab’s auch nicht mehr. Das ist eigentlich nicht viel, beinahe zu wenig für diese Liga. Und trotzdem hat’s in der Vergangenheit gereicht. Mehr als das. Mit diesem Trainingspensum innerhalb von drei Jahren (2011 Sachsenklasse und 2013 Sachsenliga) zwei Aufstiege zu schaffen, verdient ganz klaren Respekt. Aber um trotz dieser mangelhaften Voraussetzungen erfolgreich zu sein, muss jeder Einzelne in der Mannschaft mehr tun. Da reicht es nicht, sich alles zwei Wochen mal in der Halle blicken zu lassen, um zu erfahren, dass mangels Beteiligung das Training ausfällt. Ein weiterer Punkt, der in den letzten Jahren immer wieder so manche fehlende Trainingsstunde wettgemacht hat, war neben dem unverkennbaren Talent vieler Spieler die gute Stimmung und der Zusammenhalt in der Mannschaft. Jetzt brodelt es in der Mannschaft. Vor ein paar Jahren ging‘s zur Saisonvorbereitung noch in den Kletterwald zur Teambuilding-Maßnahme, wohlbemerkt mit allen Vereinsmitgliedern zusammen, vom Jugendspieler bis zum Alterspräsident. Das schweißt die Leute zusammen, das formt den Verein von innen heraus. Vorbereitung diese Saison, zumindest das, was man als Jugendtrainier im Verein mitbekommt, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege: Fehlanzeige. Weder eine vernünftige sportliche Vorbereitung, noch, was noch viel wichtiger ist, teambildende Maßnahmen. Und seien es nur spaßige Vorbereitungsturniere. Es scheint, als würden im Team verschiedene Lager einen stillen Kampf kämpfen. Womöglich sind es nicht mal verschiedene Lager, sondern nur neun Einzelkämpfer mit neun verschiedenen Vorstellungen, wie in Neukirch Volleyball gespielt werden soll. Und nicht jeder in der Mannschaft kennt die Beweggründe des anderen. Wie dem auch sein mag. Der Zuschauer bekommt von all dem nichts mit. Zumindest, wenn er nicht genau hinschaut.

Also woran lag es, dass gegen Görlitz erst im Tie-Break gegen eine (machen wir uns nichts vor) deutlich schwächere Mannschaft die Entscheidung (zum Glück) zugunsten unserer Jungs fiel? Die Mannschft ist schwächer geworden. Auch durch die Abgänge von Carsten und Philipp, keine Frage. Aber vorrangig sollte sich bei den Spielern die Erkenntnis durchsetzen, dass man ohne (Spiel-) Training schlicht und ergreifend schlechter wird. Das war am Samstag zum Teil deutlich zu sehen. Das Spiel hatte oft nur Bezirksliganiveau, bestenfalls. Außerdem war in den Gesichtern der Spieler nach drei vier schlechten Aktionen (insbesondere auch im Spiel gegen Hoywoy) zu sehen, dass es Probleme in der Mannschaft gibt, die nicht mal eben im Vorbeigehen gelöst werden. Wenn diese Probleme nicht in den Griff bekommen werden, wird es in dieser Saison ganz schwer, für die Mannschaft, die Fans, aber vor allem für den Verein. Ein weiterer Abstieg könnte der Mannschaft so das Genick brechen.

PS: Ich hoffe, ich habe ein paar Deckanstöße geben können. Jeder hat nun genügend Zeit, seine Gedanken zu ordnen. Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Seht diesem Text als Diskussionsgrundlage für unsere Mitgliederversammlung am 20.12. Jeder sollte ich bis dahin eine Meinung gebildet haben zu dem Verein, dessen Mitglied er ist.

Gez.: Philipp D.

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